Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
Sack und Seide

Hand-Arbeit. Haus und Garten. Reisen. Camping.

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...

Ordentlich:

Die Differenz in der Wahrnehmung

von Ordnung und Unordnung

liegt

in der Nachvollziehbarkeit des Sortieralgorithmus.

Jörg Lohrmann

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...

Hallo, sei willkommen!

Magst Du mich heute bei einem kleinen Vorher - Nachher -Projekt begleiten?

 

Es ist mal wieder so weit.

Innerhalb der letzten beiden Jahre habe ich mich von unglaublich vielen Dingen getrennt.

 

Zuerst waren es Kleidungsstücke, aus welchen ich herausexpandiert bin. Alles Lieblingsstücke, in tadellosem Zustand. Etliche superchice Schühchen. Sonntags-vor-die-Tür-steh-Modelle.

Danach folgten die wirklich sehr schwerwiegenden, schwierigen Trennungen.

Bücher.

Regalweise medizinische und theologische Fachliteratur, stets und ständig aktualisiert.  Ein Buch interessanter als das Andere.  Verschenkt, eBaykleinanzeigen, innerhalb einer halben Stunde. Ja, sogar von der mir wertvollen Pannenberg-Sammlung trennte ich mich.

Nun folgten mehrere Tausende Bücher. Na ja, es sammelte sich so manches an im Laufe meines Leserlebens. Ich behielt nur wenige, mir besonders wichtige Bücher aus bestimmten Themenbereichen.

Und wie es so ist, beschäftige ich mich mich Einsortieren, Umsortieren, Aussortieren.

Vorhandenes neu ordnen.

Die diversen Sammlungen werden mit kritischem Blick neu strukturiert.

Oh, nein! Ich bin nicht am ständigen Räumen, Kruschdeln. Tun, noch mehr Tun...

Es verhält sich so, dass ich mir - über Wochen! - ein bestimmtes Thema, eine Ecke oder ein Regalbrett vornehme und mir selbst beobachtende Fragen stelle:

Wie oft nehme ich diesen Gegenstand zur Hand?

Wie gestalten sich meine Bewegungs- und Arbeitsabläufe?

Worauf ruhen meine Augen, mein Geist um sich zu erfrischen?

Welche Gegenstände laden mich zum inneren Sammeln, Fokussieren, zu neuer entspannter Konzentration ein?

Welche Haptik ist mir wohltuend?

 

Du bemerkst es sehr richtig: Meine Fragen leiten sich nicht zuerst und ausschließlich von sekundärer Logik, System und  Ordnung ab. Meine Ordnung kann und muss sich von meiner eigenen inneren Wahrnehmung ableiten.

Innehalten.

Nach-Denken.

Meine Haltung ist, dass sich äußere Ordnung, Aufräumen, Ausräumen, Einsicht in einer regelbasierten Ordnungskultur nur auf der Grundlage der inneren Klärung zu entwickeln vermag.

Dies erfordert immer wieder und immer wieder neu reflektierenden Rückzug in mich selbst.

Wo ist der Schnittpunkt, an welchem Chaos zum Kosmos wird?

Welche Bewegungen, Erschütterungen, Erlebnisse leiten vom Kosmos hin zum Chaos?

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...

Ein weiterer Punkt möchte bedacht sein

Wie verträgt sich meine ureigenste Ordnung mit derer von Mitmenschen? 

 -   Privater Bereich

 -  Beruflicher Bereich

Hin und wieder genügt ein winzigkleiner Impuls, etwas neu zu systematisieren.

Habe ich noch Worte, ob all der unzähligen mehr oder weniger sinnvollen Angebote von Ordnungssystemen für nahezu jeden Lebensbereich?

Ordnung in das Leben, in die eigenen vier Wände, in berufliche Anforderungen bringen.

Koste es, was es wolle!

Eine merkantile Lösung für jedes Problem. Jawoll.

Wie oben bereits angemerkt, sind es die klitzekleinen Situationen, welche über Lust oder Last entscheiden.

 

Ich greife mal willkürlich ein Beispiel aus meinem Leben heraus.

Stehsammler!

Sieht in Reih und Glied wunderbar aus. Klinisch. Geradlinig. Pur. Passt für alles.

Passt es auch für mich?

Ist es meinen Bedürfnissen angemessen?

Wie kann ich mit meinen persönlichen Ressourcen, mit meinen überbordenden Begabungen ein System entwickeln, welches genau dies im praktischen Gebrauch widerspiegelt?

Ich glaube Du kennst dieses Phänomen auch: Man sortiert wunderbar ordentlich und picobello in Stäpelchen Dinge in den Schrank, ins Regal ein. Bereits nach kurzer Zeit schaut es nimmer so picobello aus, die Stäpelchen verrutschen.....

Heute beschäftigen mich diverse Stoffstapel im Regal. Ich möchte diese dauerhaft vor Eigendynamik, Licht und Staub schützen.

Grundlage sind die Fixmaße des Ivarsystems von Ikea: Regaltiefe 30cm, Regalbreite 79cm.

Ich lasse meinen Blick im Raum schweifen. Gemächlich.

Halte inne.

Bleibe an Tapetenmusterbüchern hängen.

Super! Jetzt habe ich eine Idee; umgehend wird diese einer praktischen Überprüfung unterzogen. Der Prototyp wird nahezu perfekt. Nahezu!

 

 

Und schon sitze ich an der Nähmaschine und gestalte aus Tapetenmustern eine prima Aufbewahrungsmöglichkeit für meine Schnittmuster.

Gewiss, eine Schachtel aus Tapete ist nicht für die Ewigkeit. Diesen Anspruch habe ich nicht, sondern

praktisch

hübsch anzuschauen

passgenau

individuell

sind meine Kriterien. Zudem ist es eine Idee, welche sich allereinfachst für alle möglichen Aufbewahrungsnöte modifizieren lässt.

 

Die Herstellung ist tatsächlich kinderleicht. An sich ist dazu keine Nähmaschine nötig. Und mit etwas Unterstützung gelingt dies mit sofortigem Erfolgserlebnis auch Kindergartenkindern.

 - Blätter maßgenau zuschneiden >>>

               Boden 2 mal

                lange Seitenteile 4 mal

                kurze Seitenteile 4 mal

 - Die jeweiligen Teil links auf links zusammennähen

                                                   mit Geradstich 4,0

 - An die 4 Seiten des fertigen Bodenteils werden rechts auf rechts  die entsprechenden Seitenteile angenäht

 - "Hochkant"-Nähte schließen

Fertig!

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...
Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...
Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...
Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...
Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...

Material:

- Tapetenmusterbücher vom Inneneinrichter, gibt es  umsonst beim Inneneinrichter, Maler- und Tapetengeschäft

- Nähgarnreste

- Nähmaschine,

 - Schneide-Lineal oder schlicht Schere und  Lineal

- Zeitaufwand pro Schachtel: ca 20 Minuten

- Nähkenntnisse: Anfänger, Kinder

 

Erfolgserlebnis: sofort!

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...
Ene mene miste, es rappelt in der Kiste...

Ich bin gespannt, welche organisatorischen Ideen Du verwirklichst um übersichtlich Kramzeugs, Sammlungen usw. zu ordnen, bändigen...

Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
I
Ich mag es lieber nicht so zugestellt und kann mich gut von Sachen trennen, die ich länger nicht benötigt habe. Aber was nutzt es, mein Mann meint bei allem "das kann man aber noch brauchen" und sammelt auch alles mögliche :)
LG
Ingrid
Antworten
S
Ja, Ingrid, da prallen mitunter Welten aufeinander....Aussortieren, Weggeben, sich auf das wirklich Nötige besinnen schafft neue Freiräume ( im tiefsten Wortsinn )
Herzliche Grüße
Elke