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Sack und Seide

Hand-Arbeit. Haus und Garten. Reisen. Camping.

Oh lala, tre`s chic!

Oh lala,  tre`s chic!

Kaufe weniger,

aber

suche bedacht aus.

Hallo,

ich freue mich über Deinen Besuch.

Tritt ein und sei willkommen!

 

 

Dieses Zitat von Vivienne Westwood passt so gut. Es trifft nicht nur auf Kleidungseinkäufe zu; nein, es spiegelt eine grundlegende Lebenshaltung wider.

Allein dieses kleine Verb   >aussuchen<   reflektiert die Fähigkeit, das Bestreben, die Mühe einer gezielten Suche und daraufhin die Entscheidung eine Wahl zu treffen. Meine eigene  Auswahl möchte einer tieferen Überprüfung von mir unterzogen sein.

Das Adjektiv    >bedacht<   betont und unterstreicht dies kräftig und spricht meine nach-denkliche Seite an.

Ich be-denke, wäge ab und ziehe unterschiedliche Facetten in Betracht.

Beziehe ich dies, immer wieder neu, auf meine Kleidung so fällt auf, dass es mir von zunehmender Bedeutung ist nimmer durch Geschäfte zu ziehen auf der - eh meist nicht erfolgreichen, dafür anstrengenden - Suche nach besonderen Kleidungsstücken.

Besuche ich ein Geschäft, lasse ich mich von der Atmosphäre, den Menschen, der Einrichtung, der Auswahl und deren Präsentation inspirieren und gehe angefüllt mit Impressionen nach Hause.

Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!

Die Wahl der Bekleidung lässt mich innehalten.  Ich mache mir Gedanken um ein einzelnes Kleidungsstück.

Was möchte ich gerne tragen?

Wie stelle ich mir dies vor - in Bezug auf Schnitt, Material, Ausführung?

Zu welchen Gelegenheiten?

Wie gestalte ich den zeitlichen Rahmen für Materialsuche, Fertigstellung?

Welche Fertigkeiten sind dafür nötig?

Vertiefe ich damit meine Kenntnisse? Was lerne ich neu dazu?

......

Sich diesen und weiteren Fragen zu stellen, schützt schon mal vor unüberlegten Käufen von Klamotten, welche nur Platz im Schrank beanspruchen, also diesen Lust- und Frustkäufen.

Kennt jeder von uns.

Mit meinen Händen, meiner Phantasie selbst Kleidung herzustellen erfordert Mühe und Zeit. Auch Mut, mich neuen Herausforderungen, Dazulernen zu stellen und das Ergebnis kritisch zu beäugen.

Gelingen und Mißlingen entwickeln eine Schaffensspirale.

 

Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!

Meine Entscheidung ist getroffen.

Jaqueline Loichat-Machowiec aus Freiburg gründete 2017 die "Schnittmusterlounge". Die engagierte, ambitionierte  Selfmade-Frau in allerbestem Sinne lädt zum Probenähen eines Kurzmantels, welchen sie entworfen hat, ein.

Und ich von der Sonne beschienenes Menschenkind bin mit dabei.

Im selben Moment, in welchem ich die Zeichnung des Kurzmantels "Megan" sehe, weiss ich, welchen Stoff ich aus dem Regal nehmen werde.

Vor einigen Monaten zog ein herrlicher, eher sommerlicher Stoff von Chanel in die Ateliers-WG ein. Auf den ersten Blick zartbeige mit körniger Struktur gewebt; beim näheren Hinschauen zeigt sich ein raffiniertes und komplexes Farb- und Gewebespiel: locker und unregelmäßig versponnene naturweiße Baumwolle, feines, hauchdünnes zartrosa Leinen, beige Seidenbändchen, mikrowinzige Pailletten.

Eine wunderbar weich fallende beige Seide in exakt demselben Farbton der eingewebten Seidenbändchen sortiere ich nach einigem Hin- und Hergeschiebe aus. Edel, aber etwas öde.

Dieser Oberstoff verlangt ein spektakuläres Futter. Bei "Port of Silk" werde ich fündig. Eine leuchtend himbeerrote Dupionseide, mit wie gelackt aussehender Oberfläche.

Außen: "Oh, wie schön", innen: kurz vor Schnappatmung.

 

 

Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!

Um den ausgedruckten Mehrgrößen-Schnitt nicht zu malträtierien, übertrage ich diesen in meiner Größe auf Folie, markiere mit dunklem Durchschlagfaden die Nählinien, Passzeichen, Abnäher usw. Dies bedeutet ein Mehr an  Zeit und Mühe;es  kommt meinem Bestreben mir, in bescheidenem Rahmen, weitere Nähkenntnisse anzueignen und praktisch umzusetzen,  entgegen.

 

Da es mit dem Ausdrucken der Nähanleitung nicht geklappt hat, nähe ich halt ohne Leitfaden.

Wird schon gelingen!

Mutig verlasse ich mich auf mein Vorstellungsvermögen und die  bisherige Erfahrung.

Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!

Die Anfertigung einer kleinen Nähprobe zeigt ein umgehendes und nicht erst sofortiges Ausfransen des Stoffes.

Um dieses so gut wie nur möglich zu minimieren, schneide ich jedes Schnittteil einzeln aus; justamente wird dieses mit der Overlockmaschine gekettelt, versäubert.

Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!

Anschließend wird das Futter zugeschnitten, mit französchen Nähten zusammengenäht und rundum mit einer Stütznaht versehen. Diese soll das Stöffle vor ausfransender Rebellion schützen.

Sehr schön: Das Schnittmuster ist absolut genau.

Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!

Bei der Erstellung der aufgenähten Tasche bietet sich die Möglichkeit, eine Couturetechnik anzuwenden. Wunderbar!

Um den Gesamteindruck des Mantels aufgrund dieser beiden besonderen Stoffe nicht zu mindern, nähe ich nach entsprechenden Proben nur eine Tasche auf. Diese habe ich einer diskreten Lebhaftigkeit wegen quer zugeschnitten. Keine Patten, keine Seitennahttaschen, keine Leistentaschen; es wäre ein mir aufdringlich erscheinendes Zuviel.

Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!

Eine schmale handgenähte Paspel betont die Konturen, sorgt zusätzlich für Stand an Kragen, Knopfleisten.

Sehr oft nehme ich meine Nähmaschinen mit zum Camping und werkel im Wohnwägele. Dank unkonzentrierten Packens vergesse ich das Leitungskabel. ...

Na ja, so vertiefe ich mal eben meine Übungen und nähe, bis auf die Längsnähte und das Futter, das feine Mäntelchen von Hand.

Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic! Oh lala,  tre`s chic!
Oh lala,  tre`s chic!

Es hat mir viel Freude bereitet, mit Megan von der Schnittmusterlounge meinen ersten Mantel zu nähen und ich bewerte die Aufgabe als gut gelungen. Räusperräusper. Besonders die Handsticheleien. Also alles in Allem eine 1 -. ( Das Minus bietet noch reichlich Potential. Zu neuen Horizonten.  )

Was meinst Du?

Oh lala,  tre`s chic!

Der guten Ordnung halber:

Stoffe:

 - Chanel über https://www.mahlerstoffe.de/

 - Dupionseide über http://www.portofsilk.de/

Schnittmuster:

- Kurzmantel Megan über https://schnittmusterlounge.com/

Nähmaschinen:

- Pfaff Quilt Expression 4.2

- Pfaff Coverlock 4.0    

  http://www.pfaff.com/de-DE/Machines#

            

 

 

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I
Wie schön, wenn man Nähen kann. Ich gestalte zwar auch vieles selbst und sehe Kreativmärkte immer als Inspirationsquelle an, etwas selber zu machen. Und ich stricke ja auch viel, aber das Nähen liegt mir überhaupt nicht.
LG
Ingrid
Antworten
S
Hallo Ingrid,
ich schicke Dir aus Hamburg herzliche Grüße in die Eifel. Ja, es wundert mich immer wieder, dass mir so Vieles gelingt. Und noch verwunderter bin ich darüber, dass es mich keine Kraft kostet, sondern im Gegenteil viel Kraft schenkt. Eine regelrechte Energiespritze! Mir geht es ähnlich wie Dir, mit Inspirationsquellen. Märkte, Museen, Leute gucken inspiriert auch mich. Und noch etwas regt mich an: Dein Schaffen und Stricken.
Herzlich Elke
S
Hallo Ingrid,
ich schicke Dir aus Hamburg herzliche Grüße in die Eifel. Ja, es wundert mich immer wieder, dass mir so Vieles gelingt. Und noch verwunderter bin ich darüber, dass es mich keine Kraft kostet, sondern im Gegenteil viel Kraft schenkt. Eine regelrechte Energiespritze! Mir geht es ähnlich wie Dir, mit Inspirationsquellen. Märkte, Museen, Leute gucken inspiriert auch mich. Und noch etwas regt mich an: Dein Schaffen und Stricken.
Herzlich Elke